Er wohnt und arbeitet in
Frankfurt am Main.
Seit Beginn seiner zeichnerischen Tätigkeit im Jahre 2000 veröffentlicht Sauer den Großteil seiner Cartoons frei zugänglich auf seiner Website
nichtlustig.de. Der Name des Projektes entstand aus der Unsicherheit, ob die breite Öffentlichkeit seinen
Humor verstehen würde, oder ob seine Cartoons eher als „nicht lustig“ angesehen werden würden. So gab Sauer in einem Radiointerview mit dem
Deutschlandfunk an, dass er den Kritikern seiner Cartoons mit der Namenswahl „den Wind aus den Segeln“ nehmen und „tiefstapeln“ wolle.
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| Pressefoto (Wikipedia) |
Die Grundidee war, jeden Tag einen neuen Cartoon zu veröffentlichen. Die Arbeiten, welche Sauer zum Zeitvertreib zeichnete, wurden dank des Internets schnell bekannt. Nach relativ kurzer Zeit konnte die Website eine sehr große Anzahl von täglichen Besuchern verzeichnen. Trotz des Zuspruchs überlebte die Internetpräsenz während der ersten drei Jahre nur aufgrund der finanziellen Unterstützung von Verwandten.
Nachdem sich Sauer einige Zeit lang vergeblich darum bemüht hatte, einen
Verleger für seine Werke zu finden, wurde im Jahr 2003 schließlich der
Carlsen Verlag auf ihn aufmerksam. Im gleichen Jahr erschien das erste der bisher fünf
NICHTLUSTIG-Bücher. Diese Bücher enthalten viele auf der Homepage bereits veröffentlichte Cartoons in teilweise leicht überarbeiteter Form, aber auch unveröffentlichte Zeichnungen. Seit Mai 2006 wird
NICHTLUSTIG auch in der damaligen Schweizer Pendlerzeitung
heute beziehungsweise ihrem jetzigen Nachfolgeprodukt
Blick am Abend veröffentlicht. Die Veröffentlichungen auf der Webseite finden aufgrund der anderen Aktivitäten nicht mehr täglich statt.
Von 1999 bis 2004 war Joscha Sauer Teil der bis heute aktiven Zeichnergruppe „
Die Stricher“, die sich um das Satiremagazin
ZYN! gebildet hatte.
Seit November 2008 betreibt Sauer unter der
URL notfunnycartoons.com auch eine Seite mit ins Englische übersetzten
NICHTLUSTIG-Cartoons.
Die Cartoons:
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| Logo der Webseite |
Seit der Gründung von
NICHTLUSTIG hat Sauer bereits über 1000 Cartoons gezeichnet und geschrieben. Charakteristisch für seine Arbeiten ist, dass sie trotz der Veröffentlichung im Internet nicht mit
Grafik- und Zeichenprogrammen am
Computer entworfen, sondern von Hand mittels einer aufwändigen
Aquarell-
Kolorierung bearbeitet werden. Erst in einem weiteren Schritt werden die Arbeiten eingescannt und
nachbearbeitet.
Die Art des dargestellten Humors ist schwer einzuordnen. Nach eigenen Aussagen trifft die Beschreibung „schräger
schwarzer Humor“ am ehesten zu. Subjekte der Darstellungen sind häufig Tiere,
Fantasiewesen, Roboter, aber auch Menschen. So nutzt Sauer beispielsweise die
Klischees und Charaktereigenschaften der in seinen Zeichnungen verarbeiteten Wesen ähnlich wie in
Fabeln, um dem Leser die Verständlichkeit seiner Cartoons zu erleichtern. Ebenfalls fällt auf, dass, falls er Menschen zeichnet, dies größtenteils (meist glatzköpfige) Männer oder Kinder sind. Treten Frauen auf, so belehren sie oft ihre dummen Männer.
Viele Figuren tauchen bei
NICHTLUSTIG regelmäßig auf, z. B. die selbstmörderischen
Lemminge, die
Yetis,
Dinosaurier,
Außerirdische oder Herr Riebmann, der in der Wand wohnt. Auch die Wissenschaftler Wilson und Pickett haben regelmäßig Auftritte mit ihren
Zeitreisen. In jüngerer Zeit kam auch Fäkalini der zaubernde Klempner oder klempnernde Zauberer hinzu. Zu einer eigenen Persönlichkeit hat sich der zunächst nur sporadisch auftretende Tod entwickelt, seit er durch den ‚Pudel des Todes‘ einen Imagewechsel vollzogen hat. Die Figur des kinderhütenden Killerroboters NF-700 hat Sauer nach wenigen Episoden sterben lassen, weil es laut eigener Aussage einfach zu schwierig wurde, jedes mal aufs Neue in einem Bild zu erklären, dass es sich um einen Killerroboter handelt, der lieber Kinder hütet als Menschen zu töten. Auf allen Cartoons auf denen eine Uhr abgebildet ist, ist die Uhrzeit 10:04.
Häufig treffen die Figuren innerhalb eines Cartoons aufeinander, weshalb man einen Comic oftmals nicht einer einzigen Kategorie zuordnen kann.
Joscha Sauer schreibt auch längere, mehrseitige Geschichten, die allerdings nur in den Büchern (ab NICHTLUSTIG 2) veröffentlicht werden. Diese Geschichten hängen nicht nur innerhalb eines Buches, sondern auch buchübergreifend zusammen. Trotzdem ist jede dieser Geschichten für sich abgeschlossen.
Die Cartoons greifen sowohl alltägliche als auch außergewöhnliche Situationen auf und verarbeiten diese in einer
witzigen,
sarkastischen,
ironischen oder
zynischen Form. Die Arbeiten Sauers sind nicht politisch motiviert.
Nach eigenen Angaben ist Joscha Sauer bereits dabei, sein NICHTLUSTIG-Universum auch als Fernsehserie zu konzipieren. Er und einer seiner Freunde und Mitzeichner verleihen den Charakteren ihre Stimme. Einen Videotrailer zu NICHTLUSTIG 4 hat er am 23. September 2008 in seinem Internet-Blog eingestellt und kann dort angesehen werden.
Die Protagonisten der Nichtlustig-Cartoons sind ebenfalls Grundlage für eine kleine Auswahl von Merchandise-Artikeln welche noch über die Website bezogen werden können und Laufe des Jahres 2011 in verschiedenen Merchandising Laden zu erhalten sind.